Fehler als Grundlage für ein lebenslanges Lernen

Ein Kind steht vor einem Baum. Mit aller Kraft versucht es, sich auf den untersten Ast zu ziehen. Als es schon fast oben ist, verliert es den Halt und fällt wieder herunter. Ein kurzer Blick zur Mutter, welche die Aktion beobachtet hat, aber sie bleibt still, kein Wort der Anschuldigung oder wie man es oft hört „Lass des, des ischt gföhrlich“. Das gibt dem Kind Mut und es versucht es wieder und schafft es, stolz auf dem Ast sitzend, winkt es seiner Mutter zu.

Kinder dürfen nicht nur, sondern müssen sogar, ständig Neues ausprobieren, um zu lernen und um sich zu entwickeln. Dazu gehört auch, Fehler zu machen. Leider haben viele Erwachsene vergessen, dass das Fehlermachen auch etwas Gutes und Produktives sein kann, nicht nur im Kindesalter, sondern in jeder Phase unseres Lebens. Die Frustrationstoleranz in Bezug auf „Niederlagen“ lässt im Laufe des Lebens oftmals nach und somit auch das Potential, mit Fehlschlägen positiv umzugehen, daraus zu lernen, stärker und erfahrener zu werden. Hier könnten wir Erwachsenen viel von den Kleinsten lernen. Oder haben Sie schon einmal ein Kind gesehen, das nach zwei Monaten Laufen lernen gesagt hat, dass es jetzt die Sache hinschmeißt? Versucht ein Kind die ersten Schritte, so fällt es viele Male hin. Es steht auf und versucht es erneut. Jedes Mal testet es aus, wie viel Schwung es braucht, wie es die kleinen Füße aufsetzen muss, wie am besten das Gleichgewicht zu halten ist. Es lernt aus Fehlern, bis es schließlich das große Ziel, das eigenständige Laufen, erreicht hat.

Es klingt etwas widersprüchlich, aber Fehler sind etwas Gutes, aus Fehlern lernen ist aber immer noch eine hohe Kunst. Sie mögen sich manchmal nicht gut anfühlen, man schämt sich dafür, ärgert sich und in der heutigen Zeit wird es auch oftmals als ein Zeichen der Schwäche ausgelegt. Aber wenn wir das Wort FEHLER anders zusammenstellen entsteht daraus HELFER. Ein Helfer, der die Möglichkeit gibt, sich weiterzuentwickeln, den Horizont zu erweitern, zu leben und dem Leben einen Wert zu geben.

Aus eigenen Fehlern zu lernen, ist eine Möglichkeit und je nachdem in welcher Umgebung ich lebe und aufgewachsen bin, ob z.B. respektvoll aufeinander geschaut wird, fällt es mir leichter, Fehler einzugestehen und auch für andere sichtbar zu machen. Und hier sind wir an einem weiteren Punkt, wie wir aus Fehlern lernen können, nämlich aus Fehlern von Anderen. Dabei sollte nicht mit Überheblichkeit oder Missgunst  auf Fehler von anderen geschaut werden, denn dann kann es leicht sein,  dass das Motiv für den Fehler übersehen wird und somit keine oder falsche Rückschlüsse daraus gezogen werden. Hilfreicher ist hier, eine gewisse Demut walten zu lassen.

Jede Unfallstatistik stellt eine Zusammenstellung aus Fehlern von anderen dar. Dabei darf nicht vergessen werden, dass sich hinter diesen zusammengefassten Zahlen viele einzelne Schicksale befinden. Das Mindeste aber was wir tun können und müssen ist, aus diesen Fehlern zu lernen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Und wie sagte Betrand Russel so schön:

„Man sollte eigentlich im Leben niemals die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist so groß.“

 

Neuer Lehrgang für 2019

Für 2019 ist ein weiterer Lehrgang zu risikopädagogischen BegleiterInnen geplant. Die Ausbildung umfasst dreimal drei Tage mit theoretischen und praktischen Einheiten und wird zu einem großen Teil von Sicheres Vorarlberg finanziert. Teilnehmen können Personen, die bereits Vorerfahrung in der Erwachsenenbildung, Jugend- oder Präventionsarbeit nachweisen, aber auch Quer- oder Wiedereinsteiger sind willkommen.

Personen, die an einer solchen Ausbildung interessiert sind und in weiterer Folge für Sicheres Vorarlberg Workshops anbieten möchten, können sich gerne bei Mario Amann unter der Tel.: 05572 54343 oder per E-Mail: mario.amann@sicheresvorarlberg.at melden.

 

 

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