Gesunde Schulen – fit und gut drauf

Partizipation auch bei einem Projekt mit und an Schulen ernst zu nehmen war uns bei der Konzeption des Projektes „Schulische Gesundheitskoordination in Bregenz“ besonders wichtig. Im Zuge des Projektes werden derzeit an den drei Mittelschulen und den sechs öffentlichen Volksschulen in Bregenz das schulische Gesundheitsmanagement systematisch ausgebaut und gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen erweitert. Damit dies aufbauend auf den Bedürfnissen der Mädchen und Jungen geschieht, haben wir im vergangenen Jahr umfangreiche Beteiligungsprozesse durchgeführt.

So fanden im Frühjahr 2017 in Kooperation mit dem „aha“ Fokusgruppen mit Schülerinnen und Schülern an den drei Mittelschulen statt. Dabei setzten sich die Jugendlichen mit dem Thema Gesundheit und Wohlbefinden an der Schule auseinander, bewerteten bestehende Gesundheitsangebote und fanden auch neue Ideen für ihre „gesunde Schule“.

Die Jungs sind engagiert bei der Sache.

Das Ganze hat den Mädchen und Jungen einerseits viel Spaß gemacht, andererseits erfuhren sie, dass ihr Einsatz auch Wirkungen erzielt. So wurde zum Beispiel an der NMS Rieden sehr rasch gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern einer dritten Klasse das Jausen-Angebot umgestellt und erweitert. Es gibt jetzt an der Schule einen attraktiven Jausen-Verkauf mit gesunden Alternativen, der jeweils von einer Gruppe von Mädels und Jungs gemeinsam mit engagierten Lehrpersonen organisiert wird. Zur Auswahl stehen verschiedenes Obst, Nüsse, Brote sowie Gebäck und Riegel. Für Abwechslung wird gesorgt, indem regelmäßig etwas Neues angeboten wird, wie zum Beispiel Popcorn oder Dinkelpuffer. Den Schülerinnen und Schülern scheint´s zu schmecken – das Angebot wird täglich von 80 bis 90 Mädchen und Jungen genutzt.

Aber auch andere Anregungen der Mittelschülerinnen und -Schüler wurden umgesetzt, indem zum Beispiel die neuen Schulärztinnen an den Bregenzer Pflichtschulen bei der Schuluntersuchung darauf achten, dass die Mitteilungskarten an die Eltern den Jugendlichen diskret übergeben werden. Jedes Mädchen bzw. jeder Junge bekommt von der Schulärztin einen Brief, manche mit der Empfehlung eine Fachärztin bzw. einen -Arzt aufzusuchen oder eine andere Gesundheitsmaßnahme einzuleiten. Dieser Brief kommt dann ganz diskret in ein Kuvert und jede bzw. jeder geht damit aus dem Schularztzimmer. Es ist niemand genötigt, seine Schulkameradinnen oder Kameraden über den Inhalt zu informieren. Dies ist nur ein weiteres Beispiel für die Umsetzung eines konkreten Anliegens der Schülerinnen und Schüler im Zuge unseres Projektes.

Ähnlich wie an den Mittelschulen wurden auch an den Volksschulen Workshops zum Thema Gesundheit und Wohlbefinden durchgeführt. Hier haben wir mit der „ifs Schulsozialarbeit“ kooperiert, die im Zuge des Projektes Schulsozialarbeit an drei Bregenzer Volksschulen erprobt und entwickelt. Es soll getestet werden, in welcher Form Sozialarbeit an den Volksschulen sinnvoll und notwendig ist und wie diese am Besten in Kooperation mit den anderen Fachpersonen an den Schulen organisiert werden kann. Bei den Workshops mit den Volksschülerinnen und Schülern wurde darauf geachtet, dass die Kinder selbst aktiv werden – basteln, malen und turnen können – und die Referentinnen trotzdem eine Menge von den Kids erfahren. Dies ist auch gelungen. Nachdem die Workshops Ende 2017 an drei Volksschulen durchgeführt wurden, werden sie derzeit an weiteren Schulen realisiert. Aus den Workshops kann eine Vielzahl von Schlussfolgerungen für das Projekt gezogen werden. Man darf gespannt sein, wie hierbei der Fokus an den verschiedenen Schulen gelegt wird – vom Ausbau der Bewegungsangebote, über eine verstärkte Gewaltprävention bis hin zur Weiterentwicklung des Jausen-Angebotes ist vieles möglich.

Die Volksschüler/innen haben Spaß an den vielfältigen Übungen und Methoden.

Auch das Logo und der Titel zum Projekt wurden gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen entwickelt. So führte das „aha“ in Kooperation mit der Grafikerin Nicole Berti einen Kreativworkshop durch. An einem Samstagnachmittag sammelte eine Gruppe von Mädels und Jungs zahlreiche Ideen für ein Logo zum Projekt, der beliebteste Entwurf wurde dann von Nicole Berti professionell ausgearbeitet. Das Resultat kann sich sehen lassen – sowohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops, als auch die Direktorinnen und Direktoren sowie die Projektverantwortlichen sind sehr glücklich mit dem Ergebnis.

Das von den Mädchen und Jungen entworfene Logo ist bereits im Einsatz.

 

Ich hoffe ich konnte in diesem Beitrag aufzeigen, in welcher Form die Schülerinnen und Schüler am Projekt „Schulische Gesundheitskoordination in Bregenz“ beteiligt sind. Darüber hinaus wurden und werden aber auch die Eltern und die verschiedenen Fachpersonen konsequent in die Planungen und in die Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen miteinbezogen. Dies stellt natürlich einen gewissen Aufwand dar, der sich aber lohnt. Denn letztendlich ist bei einer hohen Beteiligung der verschiedenen Zielgruppen damit zu rechnen, dass aus Sicht der involvierten Personen die richtigen Maßnahmen umgesetzt werden, diese somit auf eine hohe Akzeptanz stoßen und nachhaltige Wirkungen erzielen.

In diesem Sinne wünsche ich allen handelnden Personen weiterhin viel Freude am Projekt, besonders natürlich dem neuen Projektleiter, Lukas Rauth, der das Projekt von mir übernommen hat, da ich mich in den Mutterschutz mit anschließender Elternkarenz verabschiedet habe.

 

Kontakt Projekt und Fotorechte:
Amt der Landeshauptstadt Bregenz
Lukas Rauth BA
Belruptstraße 1
6900 Bregenz
T +43 (0)5574 / 410-1665
lukas.rauth@bregenz.at

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