Informationskompetenz – Lost in Information und Surf Smart

„Wir können uns der Macht der Bilder nicht entziehen“, so der Ästhetikforscher Helmut Leder[1].

Dass im Internet eine fast unüberschaubare Fülle an Bildern auf uns einwirkt und zur Verfügung gestellt wird, muss an dieser Stelle nicht ausdrücklich erwähnt werden. Wichtig ist jedoch, dass wir einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang damit praktizieren.

Gerade Jugendliche kommunizieren sehr viel über Bilder. Sie empfinden die Bilder, die sie verschicken und von sich zeigen, oft als „persönlicher“ als Textnachrichten[2].  Apps wie Instagram oder Snapchat spiegeln genau dieses Lebensgefühl wieder. Es geht um Bilder als Träger von Botschaften, die unsere Wahrnehmung stark beeinflussen und unsere Emotionen ansprechen (sollen). Wir alle sind – nicht nur im Internet – sehr geprägt vom Optischen. Das, was wir sehen, wirkt und Bilder stellen hier für uns oft die Wahrheit dar. Und obwohl der Begriff von Fake News in unserem Sprachgebrauch mittlerweile fest verankert ist und Nachrichten immer wieder als Fake identifiziert werden, glauben wir trotzdem (fast immer) das Gesehene. Ein aktuelles Beispiel dazu lieferte uns das Weiße Haus vor ein paar Tagen: Um einem Reporter die Akkreditierung zu entziehen, wurde ein manipuliertes Video benutzt.

Aber was ist denn wahr?

Welche Bilder, welche Nachrichten, die wir tagtäglich übers Internet regelrecht aufsaugen, stimmen? Leben wir womöglich in einer Scheinwelt und sind wir zudem in der viel zitierten Filterblase gefangen? Stehen wir diesem Phänomen hilflos gegenüber oder können wir etwas tun?

Unter dem Begriff Informationskompetenz versteht man die Fähigkeit Informationen zu finden, diese zu bewerten und im Anschluss auch zu verarbeiten. Im Zusammenhang mit dem Internet bekommt diese Fähigkeit eine Schlüsselfunktion: Sie ist für jeden und jede Einzelne von uns wesentlich, um im Alltag selbstbestimmt zu leben und Informationen einzuordnen. Die Plattform saferinternet.at geht sogar noch einen Schritt weiter: Sie sieht die Informationskompetenz „ausschlaggebend … für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft.“[3]

Die von vielen YouTuberInnen sehr intensiv geführte Mobilisierung von Kindern und Jugendlichen rund um den Art. 13 der geplanten EU-Richtlinie zum Urheberrecht[4] hat sehr deutlich aufgezeigt: Werden Jugendliche über ihre Kanäle auf ein Thema ihrer Lebenswelt angesprochen, können sie sehr schnell für eine Sache gewonnen werden. Aber auch in dieser Diskussion hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass die verbreiteten Informationen (richtig) bewertet und zugeordnet werden.

Es gilt das dichte mediale Informationsnetz mit den vielen dahinterstehenden Interessen zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und zu-zuordnen, damit uns die „Macht der Bilder“ nicht überrollt.

Am Mittwoch, den 21. November 2018 findet im aha eine am.puls Veranstaltung statt, die sich mit genau diesen Themen auseinandersetzt: Welchen Einfluss haben Bilder und Videos auf uns,  mit welchen Nachrichten werden wir tagtäglich konfrontiert – und warum sind es genau diese Nachrichten, die uns erreichen. Die eigene Rolle in digitalen Medien reflektieren und einen Blick hinter die Kulissen des Internets zu werfen, sind Themen, die im Seminar zur Sprache kommen. Es wird nicht nur ein theoretischer Überblick geboten, sondern es werden auch Beispiele für die Auseinandersetzung mit dem Thema vorgestellt und ausprobiert.

 

Quellen:

[1] Nie genug. Der Körperkult in sozialen Medien. Fernsehsendung, ORF 2, 22.10.2018, Jennifer Rezny.

[2] Vgl. Institut für Jugendkulturforschung/Beate Großegger: Die Transformers: Wie Jugendliche Kultur und Gesellschaft verändern, Wien: Institut für Jugendkulturforschung, 2016, S. 17.

[3] https://www.saferinternet.at/faq/informationskompetenz/was-bedeutet-informationskompetenz, November 2018, 18.22 Uhr.

[4] „Artikel 13 sieht in der zuletzt im September vom Europaparlament verabschiedeten Fassung vor, dass sich Online-Plattformen Lizenzen von Rechteinhabern sichern müssen – und für Urheberrechtsverletzungen von Nutzern haften.“ https://mobil.derstandard.at/2000090733937/Das-traurige-Ende-EU-Urheberrecht-loest-Panik-bei-Youtubern-aus?, November 2018, 12.16 Uhr.

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