Junges Österrauch

Seit 01.01.2019 gilt in Vorarlberg für unter 18-Jährige ein Konsumverbot für Tabakwaren. Zigaretten, Wasserpfeifen, Snus, Schnupftabak und auch e-Zigaretten sind dann für Jugendliche tabu. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Gesundheitsförderung der Jugend.

Die breite Mehrheit der heute Rauchenden hat bereits im Teenageralter damit begonnen: Ein Viertel der täglich Rauchenden beginnt bis zum 15. Lebensjahr mit dem Rauchen, mehr als die Hälfte bis zum Alter von 17 Jahren (vgl. Statistik Austria 2014). Je früher man mit dem Rauchen beginnt, desto eher entwickelt sich gewohnheitsmäßiges, gesundheitsschädigendes und süchtiges Rauchverhalten.

Was macht Rauchen für Jugendliche so attraktiv?

Primar Dr. Reinhard Haller erklärt: „Ich denke, es hat damit zu tun, dass bei jungen Menschen diese Fragen des Erwachsenwerdens, der Identität, der Selbstsicherheit und der Kommunikation sehr wichtig sind und da kann das Rauchen eine Krücke sein. Bei Jugendlichen muss man an diesen psychologischen Effekten arbeiten, denn eigentlich hat das Rauchen nichts mit Lässigkeit zu tun, sondern ist ein Ausdruck von Unsicherheit.“ Ob jemand raucht oder nicht, hängt nicht nur von der Person alleine ab. Kinder, die gelernt haben, sich selbst zu behaupten und mit Stress, Konflikten, Problemen und persönlichen Unsicherheiten angemessen umzugehen, sind besser vor Sucht geschützt. Auch das Umfeld hat einen großen Einfluss auf das Rauchverhalten von Kindern und Jugendlichen. Dazu gehören natürlich die Familie und Freunde, aber auch die Schule, der Arbeitgeber oder die Jugendarbeit. Durch eine rauchfreie Umwelt wird Jugendlichen das Nichtrauchen stark erleichtert.

Rauchen zum Thema machen

Es ist wichtig mit Kindern und Jugendlichen über das Rauchen zu reden. Dafür braucht es keine SpezialistInnen für Suchtprävention. Entscheidend ist ein Vertrauensverhältnis zu den Jugendlichen und die Bereitschaft zum offenen Gespräch. Zum Beispiel über die Nachteile des Rauchens (hohe Kosten, Gesundheit, Geruch, Sucht, …) oder die vermeintlichen Vorteile (Cool sein, dazugehören, schlank werden/bleiben, …).

Raus aus der Sucht

Während Erwachsene häufig auf Grund von körperlichen Auswirkungen aufhören wollen zu rauchen, spielen diese Faktoren für Jugendliche nur eine untergeordnete Rolle. „Der jugendliche Körper verträgt einiges. Es beeindruckt Jugendliche wenig, wenn man sagt, in 50 Jahren wirst du die Folgen spüren. Das ist für junge Menschen zu wenig greifbar“, erklärt Dr. Haller. Nikotinprävention und Entwöhnungsprogramme müssen also speziell auf Jugendliche zugeschnitten sein, um nachhaltig wirken zu können. Da nach dem 18. Lebensjahr nur noch wenige Menschen mit dem Rauchen beginnen war die Anhebung des Mindestalters für Tabakkonsum ein wichtiger Schritt, damit weniger junge Menschen mit dem Rauchen beginnen. Leider sieht das Gesetz keine „Übergangsfristen“ für bereits rauchende Jugendliche vor. Junge Menschen, die sich schwer tun das Rauchen zu beenden, können eines der kostenlosen Angebote der SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe in Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Gebietskrankenkasse und dem Land Vorarlberg nützen:

  • Free your mind – Weniger Rauchen Kurse für Jugendliche
  • Einzelberatung zum Thema Tabakkonsum
  • Workshops für Jugendliche und Vorträge für Eltern
  • Informationsbroschüren für Jugendliche und Eltern

Weitere Information zu den Angeboten der SUPRO: info@supro.at

Auch für erwachsene RaucherInnen gibt es verschiedene Angebote in Vorarlberg. Auf der Website der VGKK findet man eine Auflistung: https://www.vgkk.at/nichtrauchen

One comment

  • Ich stimme zu, dass es wichtig ist frühzeitig mit Jugendlichen über das Rauchen zu reden. Als ich in der Schule war, hat unsere Schulleitung eine psychologische Beratung organisiert und ein Projekt gegen das Rauchen gestartet. Ich denke aus meiner Abschlussklasse rauchen heute extrem wenige.

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