Studie zu Online-Suchstrategien von Jugendlichen

Wie gehen Jugendliche vor, wenn sie im Internet Informationen suchen? Antworten auf diese Frage gibt die eben veröffentlichte Studie „suchen.finden.bewerten.com“ der Österreichischen Jugendinfos. Für alle AnbieterInnen von Information für die jugendliche Zielgruppe sind die Ergebnisse sehr aufschlussreich.

In der aktuellen Studie der Österreichischen Jugendinfos (www.jugendinfo.at) wurden die Recherchestrategien Jugendlicher bei der Informationsbeschaffung im Internet untersucht. Methodisch wurden 19 Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren aus vier Bundesländern, die jeweils unterschiedliche Schulformen besuchen, beim Recherchieren am Smartphone und Laptop beobachtet und anschließend interviewt. Die qualitative Studie wurde vom Bundeskanzleramt Sektion Familien und Jugend gefördert und von der Fachhochschule Oberösterreich unter der Leitung von Christina Ortner, Professorin am Studiengang für Kommunikation, Wissen, Medien in Hagenberg, im zweiten Halbjahr 2018 durchgeführt. Die Jugendinfos Vorarlberg (aha), Wien (wienXtra), Steiermark (LOGO) und Oberösterreich (JugendService) waren für die Akquise der teilnehmenden Jugendlichen und die Durchführung der Interviews verantwortlich.

Die Analyse der Daten lieferte zahlreiche Einblicke in das Rechercheverhalten junger Menschen. Unter anderem zeigten sich folgende Muster:

Lineare von Suchmaschinen geprägte Rechercheverläufe

  • Suchmaschinen, allen voran Google, bilden den Dreh- und Angelpunkt der Recherchen. Sie werden zu Beginn gewählt und nicht mehr gewechselt. Ergebnisseiten werden fast ausschließlich von Suchmaschinen aus anvisiert.
  • Recherchen sowohl am Smartphone als auch am Laptop verlaufen großteils linear. Selten werden mehrere Tabs oder Fenster parallel geöffnet. Navigiert wird mittels Vor- und Zurück-Button.
  • Handyrecherchen sind im Durchschnitt kürzer, was vor allem daran liegt, dass sich die Jugendlichen weniger Zeit nehmen, die gefundenen Seiten genauer anzusehen.

Sehr rasche Auswahl der Suchtreffer auf Basis der inhaltlichen Passung

  • Die Auswahl der Suchtreffer erfolgt in wenigen Sekunden. Die schnellsten Entscheidungen fallen in nur einer Sekunde. Bei der Treffersichtung gehen die Jugendlichen chronologisch vor. Meist wählen sie einen der ersten fünf Treffer.
  • Wichtig ist ihnen, dass sich Titel und Kurzbeschreibung stark mit ihrer Suchanfrage decken. Bezahlte Anzeigen meiden sie. Mit Klick auf den Trefferlink verlassen sie die Trefferliste und kommen in vielen Fällen nicht zurück.

Konzentration auf inhaltlich passende, leicht erfassbare Inhalte auf Einstiegsseiten

  • Bei der Durchsicht von Ergebnisseiten konzentrieren sich die Jugendlichen auf die Einstiegsseite. Unterseiten rufen sie selten auf. Die Sichtung der Inhalte erfolgt von oben nach unten. Als Orientierung dienen Überschriften, Aufzählungen und visuelle Elemente.
  • Welche Informationen sie näher ansehen, entscheiden die Jugendlichen auf Grund von inhaltlicher Passung, Glaubwürdigkeit, Verständlichkeit, Übersichtlichkeit und Attraktivität. Zum Teil schließen sie dabei von der formalen Gestaltung auf die Qualität der Inhalte.

Von Lehrkräften und selbstständigem Probieren geprägte Fähigkeiten

  • Den Großteil ihrer Fähigkeiten eignen sich die Jugendlichen ihrer Einschätzung nach durch selbständiges Ausprobieren an. Da sie im Alltag viel recherchieren haben sie den Eindruck, dass sie gut darin sind. Darüber hinaus spielen schulische Erfahrungen eine Rolle.

>> Der Bericht zur Studie ist auf der Website der Österreichischen Jugendinfos kostenfrei abrufbar: www.jugendinfo.at/studie

 

Über die Österreichischen Jugendinfos

Die Jugendinfos sind die österreichischen Fachstellen für jugendgerechte Informationsaufbereitung und –vermittlung. Sie bieten kostenlose Erstberatungen und Publikationen zu allen jugendrelevanten Themen: von Ausbildung und Arbeit, über Auslandsmöglichkeiten und Wohnen für junge Leute, bis hin zu Jugendschutz und Freizeitgestaltung. Die insgesamt 28 Stellen in allen Bundesländern bearbeiten jährlich rund 160.000 Anfragen von jungen Menschen zwischen 12 und 26 Jahren. Zusätzlich werden die Online-Angebote der Österreichischen Jugendinfos jährlich von rund 1,5 Millionen BesucherInnen genutzt. Als eine weitere Hauptaufgabe sehen es die Jugendinfos an, die Informations- und Medienkompetenz von Jugendlichen zu fördern und bieten hierzu Schulworkshops und weitere Aktivitäten an.

 

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Jugendinfos

Mag. Aleksandar Prvulović

Geschäftsführung

E-Mail: aleksandar.prvulovic@jugendinfo.at

www.jugendinfo.at

 

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