Wie funktioniert Vereinsleben online?

Das Team rund um aha plus organisierte einen Online-Erzählabend für Vereine.

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Wie kann man das Vereinsleben in diesen Zeiten aktiv gestalten? Wie kann man Kontakt zu den Mitgliedern halten und die Vereinsaktivitäten trotz Beschränkungen fortführen?

Kreative Ideen

Vor kurzem organisierte das Team rund um aha plus einen Online-Erzählabend für Vereine. Hierbei wurde folgender Frage auf den Grund gegangen: Wie gelingt es Vereinen und Organisationen, auch während der Corona-Krise Kontakt mit jungen Menschen zu halten? Es kamen kreative Menschen zu Wort, die in ihren Organisationen bereits gute Erfahrungen gemacht haben – darunter Eva Kathrein von Karate Bregenz, Samantha Bildstein von der Offenen Jugendarbeit Hohenems und Simone Grabher vom Musikverein Concordia Lustenau.

Hier ein paar Ideen, die im Rahmen des Online-Erzählabends erklärt wurden:

1. Challenges über Social Media

Der FC Schruns und die Multiethnische Jugend Österreich haben Challenges auf verschiedenen Social Media Kanälen (facebook, instagram usw.) gestartet:

  • #istayathome oder #ireadathome: Jugendliche posten Bilder womit sie sich gerade beschäftigen bzw. was sie gerade lesen
  • #klopapierchallenge und #pemperlachallenge: den Ball solange wie möglich jonglieren

2. Videos – selbst gedreht

Karate Bregenz und FC Schruns versorgen ihre MitgliederInnen mit Videos, um sich zu Hause fit zu halten. Die Videos sind auf den Websites oder auf Youtube bzw. Vimeo zu finden. >>>Karate Online-Training von Karate Bregenz

3. Online in Kontakt

Ab April 2020 finden Online-Trainings bei Karate Bregenz statt.

Das aha hat bereits einen Online-Workshop durchgeführt. Über die Plattform Zoom haben sechs Jugendliche an einer Diskussion über aha plus und seiner Weiterentwicklung teilgenommen. Den Jugendlichen hat es Spaß gemacht und fürs aha war’s ein sehr produktiver Online-Workshop.

Erfahrungen & Tipps der Moderatorin:

  • Die Technik sollte möglichst einwandfrei funktionieren. Vor dem Meeting sollten die Teilnehmenden vorab informiert werden, wie man sich online trifft, um eventuell noch Apps runter zu laden.
  • Ein Technik-Check (Audio, Video) sollte vor dem Meeting bei allen Teilnehmenden erfolgen. Eine Variante ist es, den „Meeting-Raum“ 15 Minuten davor zu öffnen. Die Teilnehmenden können dann schon vorab einen Technik-Check machen. Es macht Sinn, wenn eine technik-affine KollegIn diesen Teil übernimmt.
  • Ein Gesprächsleitfaden oder eine Planung ist sinnvoll: Begrüßung, Infos zum Ablauf, Dauer, Ziel des Meetings usw.
  • Moderation: es braucht eine klare Rollenverteilung! Die Moderation leitet durch das Meeting, „fängt“ die Teilnehmenden ein, wenn zu ausschweifend diskutiert wird, faßt zusammen, achtet auf die Zeit usw. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Redefluss zu lenken, z. B. kann der/die ModeratorIn alle Teilnehmenden auf „stumm“ schalten (Mikro aus) und nur immer einer Person das Mikro zuteilen.
  • Auf gute Qualität von Video und Ton achten! Eine Webcam und ein Headset verbessern die Qualität ungemein. Bild und Ton sollten vorab mit einer „Testperson“ getestet werden. Rauschen, Hallen, dumpfe Töne erschweren das Zuhören und sind ermüdend. Auch ist es für die Moderation bei schlechter Tonqualität schwierig, ihrer Aufgabe im Online-Meeting gut gerecht zu werden.
  • Technischen Schnick-Schnack in Maßen einsetzen. Ein bißchen „Rumspielen“ macht Spaß. Ich würde aber nur 1 bis 2 technische Features bzw. Tools beim Online-Meeting verwenden, z. B. Kommentieren (jedeR kann etwas schreiben, zeichnen), Hand heben/applaudieren usw.
  • Pausen einbeziehen, denn die Übertragung ist nicht immer in Echt-Zeit. Es kann etwas dauern, bis z. B. die Teilnehmenden den „geteilten Bildschirms“ des/der Moderators/Moderatorin sieht. Es sollte auch genügend Zeit gegeben werden, damit die Teilnehmenden antworten können.
  • Erklären, was der/die ModeratorIn gerade macht: jeder Klick oder Wechsel am Bildschirm soll kommentiert werden: „Ich klicke jetzt weiter und jetzt seht ihr ….“. Somit ist es für die Teilnehmenden einfacher zu folgen und der/die ModeratorIn weiß, ob alle denselben Screen sehen.
  • Auf die Dauer des Meetings achten! Ein Online-Meeting ist anstrengender als ein reales Treffen. Deshalb sollte die Dauer auch kürzer sein. Meine persönliche „Obergrenze“ ist ca. 1 Stunde.

Detaillierte Infos zum Online-Erzählabend sowie die Videosequenzen findet man unter www.aha.or.at/vereinsleben-online

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